Buchempfehlung: Huisken zur Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus

Huisken-Buchcover

Freerk Huisken
Der demokratische Schoß ist fruchtbar…

Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus

232 Seiten | Januar 2012
EUR 14.80
ISBN 978-3-89965-484-4

Kurztext:
Demokraten aller Couleur können (Neo-)Faschisten nicht wirklich kritisieren, lautet Freerk Huiskens provokantes Fazit.

Verfassungsschutz, Bundeszentrale für politische Bildung, viele der Volksparteien, aber auch Gewerkschaften und einige Antifa-Bündnisse stellen bei ihrem Kampf gegen Neonazis deren Kleidung vor, decodieren Zahlencodes und benennen rechtsextreme Musiklabels. Es wird enttarnt, was sie offen zeigen, wenn sie sich präsentieren. Diese Art der »Auseinandersetzung« lebt von der Vorstellung, Jugendliche würden sich abwenden, wenn sie nur erkennen könnten, wie Neonazis sich kleiden und welche Mucke sie hören.

Weit gefehlt, denn diese sind vor allem enttäuschte Nationalisten, die die Verschwendung nationaler Ressourcen durch undeutsche Unternehmenspolitik anprangern, am globalen Kapitalismus gerade nicht den weltweiten Siegeszug eines Ausbeutungssystems kritisieren, sondern beklagen, dass sich gute deutsche Unternehmen in internationale Konzerne verwandeln.

Damit kommen gute Demokraten in Schwierigkeiten, entdecken sie doch bei der unerwünschten Konkurrenz Einvernehmen mit dem eigenen höchsten politischen Ziel: Dem Erfolg der Nation, um Deutschland ökonomisch und politisch voran zu bringen. Und so verkommen Verbotsdebatten, Enttarnungen und Steckbriefe sowie die Warnung, dass der Schoss noch fruchtbar sei, zu einer Ehrenrettung von Nationalbewusstsein – zum Segen des demokratisch regierten Kapitalismus. Daran sollte man sich wirklich nicht beteiligen.


Der Autor

Freerk Huisken, Professor im Ruhestand an der Universität Bremen mit dem Schwerpunkt Politische Ökonomie des Ausbildungssektors. 2007 erschien von ihm bei VSA: »Über die Unregierbarkeit des Schulvolks. Rütli-Schulen, Erfurt, Emsdetten usw.« Er ist darüber hinaus Autor des Standardwerks »Erziehung im Kapitalismus«.

Donnerstag, 15. Dez. 2011, Diskussionsveranstaltung: Rechter Terror, Rechte Gedanken

GegenStandpunkt & Diskussion:

Was ist Rechter Terror und woher kommt er?

Wann: Donnerstag, 15. Dezember, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Werderstraße 28, Planwirtschaft

Die öffentliche Debatte zu den brutalen Taten des NSU ist sehr schnell dazu übergegangen, das Versagen des Staates in Form von Verfassungsschutz und Polizei zu skandalisieren. Eine Frage kam deshalb einmal mehr wieder nicht zur Sprache:
Was ist Rechter Terror und woher kommt er?
Wir halten das für einen Fehler – insbesondere dann, wenn man angesichts der rechten Gewalt ausgerechnet einen härteren Einsatz der staatlichen Gewalt gegen Rechts fordert. Im Moment sieht es ja so aus, als ob der Staat das aus seinen eigenen Gründen schon machen wird. Nur:
Was ist damit gegen Rechte Gedanken wirklich geleistet?

Diesen Fragen wollen wir in der Diskussion nachgehen und laden alle dazu ein, die wie wir etwas gegen Rassismus und Nationalismus tun wollen.

Flyer

Aus aktuellem Anlass empfehlen wir folgenden Text und wollen Demonstranten dieser Demo zur Kritik anregen:

Freerk Huisken: Was ist „brauner Terror“ und wie kommt es dazu?

Eine Radiosendung zum gleichen Thema: Deutschland entdeckt ein neues Terrorproblem von rechts

Montag, 5. Dez., Workshop zum Thema: Hunger

Workshop zum Thema:

Warum verhungern täglich 100.000 Menschen auf der Welt?

Montag, 05. Dezember, 19.30 Uhr
Pforzheim, Cafe Havanna, Maximilianstr. 96

Veranstalter des Workshops:

Infoladen Pforzheim

Versus Tübingen
Kapitallesekreis Karlsruhe

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Donnerstag, 24. Nov. 2011, Vortrag und Diskussion: Konsum im Kapitalismus

GegenStandpunkt & Diskussion:

Wann: Donnerstag, 24. November, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Werderstraße 28, Planwirtschaft

Flyer

Konsum im Kapitalismus

„Wohlstands- und Überflussgesellschaft“
„Konsumterror und Konsumentenmacht“

Im Vortrag wollen wir erläutern, welche Rolle der Konsum im Kapitalismus spielt. Wir werden die gängigen Ideologien über „König Kunde“, seine Anfälligkeit für die Tricks der Werbung und seine „Konsumentenmacht“ kritisieren und unsere Kritik zur Diskussion stellen.

Artikel zur Euro-Krise und deren Bewältigung

Wer unseren Vortrag zur Euro-Krise verpasst hat, kann einen Artikel in der jungen Welt von gestern lesen, der unsere Veranstaltung ganz gut zusammenfasst:

»Wir tun es für uns«

Hintergrund. Die Berliner Regierung unternimmt den abenteuerlichen Versuch, die Systemkrise ihrer Währung als Chance für ein deutscheres Europa zu nutzen

Von Peter Decker

In Deutschland sind sich Regierende und Regierte samt Gewerkschaften einig: »Wir« haben solide gewirtschaftet, die Löhne über ein Jahrzehnt vorbildlich gesenkt und die Konkurrenzfähigkeit »unserer« Wirtschaft gestärkt. Wir haben ein solides Wachstum und unsere Schulden im Griff. Jetzt müssen »wir« die faulen Griechen, Portugiesen, Iren und, wer weiß, wen noch alles mit neuen Krediten retten, weil die »über ihre Verhältnisse gelebt« haben. Wenn »wir« aber schon helfen, haben wir auch das Recht, in Europa neue Spielregeln durchzusetzen, damit so etwas nie wieder passiert. Auch wenn die selbstgerechte deutsche Sicht kürzlich in Brüssel triumphiert hat und von ganze Europa recht bekommt – an ihr stimmt kein Wort.

Griechenland hat, wie andere Länder, Staatsschuldpapiere aufgelegt und auf Finanzmärkten verkauft, um im Haushalt über mehr Geld zu verfügen, als es einnimmt. Die politische Macht hält es da wie der private Kapitalist, für den Schulden der große Hebel seines Profits sind. Auch sie beschränkt sich bei der Verfolgung ihrer Ziele von der Wirtschaftsförderung bis zum Krieg nicht auf die Mittel, die ihr lokaler Kapitalismus hergibt und die sie der Gesellschaft in Form von Steuern wegnehmen kann oder will. Schulden befähigen sie, den Aufbau, das Wachstum und die Konkurrenzfähigkeit ihrer Nationalökonomie ohne die Schranke bisher erwirtschafteter Haushaltsmittel voranzutreiben. (mehr…)

Dienstag, 25. Oktober: Diskussion über Staatsschuldenkrise

Wann: Dienstag, 25, Oktober, 19.30 Uhr
Wo: KA, Planwirtschaft, Werderstr. 28

Bei diesem Termin werden wir offene oder weitere Fragen zum Thema unserer Vortragsveranstaltung von Donnerstag diskutieren.

Zur Vorbereitung kann man diesen Text aus dem aktuellen GegenStandpunkt lesen, der auf der verlinkten Homepage online verfügbar ist.
Alternativ dieser Vortrag.

20.10.2011, Vortrag und Diskussion: Mehr Schulden für den Euro – Europas Staaten kämpfen um ihren Kredit und verarmen ihre Völker

GegenStandpunkt & Diskussion:

Mehr Schulden für den Euro

Europas Staaten kämpfen um ihren Kredit und verarmen ihre Völker

Wann: Donnerstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Werderstraße 28, Planwirtschaft

Flyer
Plakat

Drei Jahre nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems im Gefolge der Lehman-Pleite ist es wieder so weit. Wenn das spekulative Vermögen globaler Finanzkapitalisten nicht erhalten bleibt, das in griechischen, portugiesischen, spanischen, italienischen Staatsschulden steckt, wenn sie diese Papiere in großem Stil abstoßen, weil sie ihnen den Wert nicht mehr zumessen, den sie ihnen einmal zugemessen haben, dann droht von neuem ein Crash der Banken, die Verflüchtigung aller Ersparnisse, der Zusammenbruch des Geldverkehrs und überhaupt das Ende des Geldes, in dem die europäischen Staaten wirtschaften. Und klar ist auch: Ökonomisch ist der Wert dieser Staatsschulden schon dahin; erhalten bleibt er nur, wenn ihn die Geldkapitalisten gegen ihr eigenes Urteil von der Politik garantiert bekommen.

Dafür gefordert sind Bürgschaften und Kapitalhilfen von Euro-Staaten, die noch Kredit haben, also Schulden machen können, für die sie mit ihrem Staatshaushalt und Steueraufkommen einstehen. Wenn nun der deutsche Steuerzahler als das entscheidende Subjekt der neuen Runde der Finanzmarkt-Rettung gehandelt wird, das einerseits geschont, andererseits für die notwendigen Maßnahmen gewonnen werden müsse, dann ist das gelogen: Regierungen machen von der Zustimmung der Leute nicht abhängig, was sie national und europapolitisch nötig finden. Umgekehrt stimmt die Sache schon: Natürlich sind es immer die Bürger, die mit ihren Steuern für die souveränen Beschlüsse der Finanzpolitiker gerade stehen.

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29.09.2011, Vortrag: Von Bomben zum „Schutz der Bevölkerung“ zum Sturz Gaddafis – Bilanz einer „humanitären Aktion“

GegenStandpunkt & Diskussion:

Von Bomben zum „Schutz der Bevölkerung“ zum Sturz Gaddafis
Bilanz einer „humanitären Aktion“

Wann: Donnerstag, 29. September, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Werderstraße 28, Planwirtschaft

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Die offizielle Begründung der Bombardierung Libyens durch die NATO lautete: der libysche Staatschef Gaddafi massakriert sein Volk. Jedem ist sofort klar: Das darf der nicht. Zivilisierte europäische Staatschefs können nicht zulassen, dass ein nordafrikanischer Potentat Bomben wirft und Menschen tötet, da müssen sie schleunigst hin und selbst Bomben werfen, natürlich um Menschenleben zu retten. Die Leichen, die bei ihrer Rettungsaktion selbstverständlich anfallen, zählen entweder zu den Bösen, denen es recht geschieht, oder sie fallen unter Kollateralschäden an Unschuldigen, die halt nicht zu vermeiden sind, wenn Bomberflotten die Freiheit bringen.

Gegen einen „Verrückten“ wie Gaddafi ist – um der Menschlichkeit willen – eben alles erlaubt: Der soll nichts anderes im Sinn gehabt haben, als sein Volk auszulöschen – wollte er etwa, nach vollbrachter Tat, ganz alleine in seiner Wüste auf dem Öl sitzen? So absurde Zielsetzungen lasteten die kriegführenden NATO-Staaten und ihre Medien der libyschen Führung an, die einen bewaffneten Aufstand bekämpfte: Gaddafi wollte siegen und die von ihm geschaffene öffentliche Ordnung wiederherstellen. Dieses Ziel sollte Machtmenschen wie Sarkozy und Kollegen weder verrückt noch verbrecherisch vorkommen: Sie selbst bestehen doch bei jeder Regung von Unwillen im Volk darauf, dass der Staat sich den Forderungen „der Straße“ nicht beugen darf. Und wenn sie ihre Polizisten in den Banlieues um Paris die Aufstände randalierender Jungendlicher niederschlagen oder in Deutschland Jahr für Jahr den fälligen Castor-Transport durchkämpfen lassen, dann produzieren die nur deshalb selten Tote, weil sie keine bewaffneten Kämpfer, sondern bloß ausgegrenzte und verwahrloste Jugendliche bzw. demonstrierende Demokraten in Schach zu halten haben.

Inzwischen wurden, wie in jedem Krieg, die ursprünglichen Rechtfertigungen immer unwichtiger. Solange die aus der Luft bekämpften libyschen Truppen nicht besiegt waren, bewiesen alle Akte ihres Widerstands gegen die Koalition der europäischen Eindringlinge ihr Unrecht, und alle Leichen, die durch Kriegshandlungen anfallen, die Unmenschlichkeit des Feindes.

- Bloß – warum wollten die Westmächte Gaddafi, mit dem sie doch jahrelang gute Öl- u. a. Geschäfte gemacht haben, der ihnen bei der Abwehr der Elendsflüchtlinge aus Afrika und, wie man jetzt hört, als Subunternehmer von CIA und MI-5 behilflich war, unbedingt stürzen?

Erklärungsbedürftig ist auch die Art und Weise, wie die Interventionsmächte diesen Krieg vorbereitet und geführt haben. Da gehen Frankreich und Großbritannien erst zur UNO und drängen wochenlang darauf, endlich die Erlaubnis zum Schießen vom UNO-Sicherheitsrat zugestanden zu bekommen. Sobald die USA, die zunächst ablehnen mitzumachen, umschwenken und das Plazet geben, schmieden sie mit ihnen eine Koalition der Willigen. Im sofort darauf begonnenen Krieg leisten die USA mit ihrer überlegenen Militärmacht den wichtigsten Teil des Zerstörungswerks: Sie vernichten Luftabwehr und Luftwaffe des angegriffenen Staates und überlassen den Gegner, der nun im Prinzip gegen die NATO-Mächte wehrlos ist, den Briten und Franzosen. Für ihre Dienste verlangen die hilfreichen Amerikaner freilich, dass die europäischen Kriegstreiber ihr Projekt unter das Dach der NATO stellen. Die aber will gar nicht. Deutschland vor allem, Frankreichs engster weltpolitischer Partner und selbst eine bedeutende Militärmacht im Bündnis, hält von der ganzen Sache nichts und verweigert sogar die weltpolitische Legitimierung des Krieges im Sicherheitsrat. Die NATO, die dann doch will, ist aber nicht bereit, die Aufständischen zum Sieg zu bomben, sondern will nur die Zivilbevölkerung vor Angriffen mit schweren Waffen schützen.

Warum organisieren die NATO-Staaten ihre Bombardements gemeinsam und leisten sich daneben zugleich einen heftigen Konkurrenzkampf um die Fragen,

- wer von ihnen in diesem Krieg die Führung übernimmt,
- wer die Kriegsziele definiert,
- wie viel Gewalt genau nötig ist und wer sie einsetzen soll und darf,
- wer von ihnen eine libysche Nachkriegsordnung maßgeblich zu bestimmen hat?

Und warum wird hierzulande die Frage der „Verlässlichkeit“ deutscher Außenpolitik diskutiert?

14.07.2011, Vortrag: Kubas neuester „Aufbruch zum Sozialismus“

GegenStandpunkt & Diskussion:

Kubas neuester „Aufbruch zum Sozialismus“
Eine Staatsreform in Richtung 3.-Welt-Kapitalismus

Wann: Donnerstag, 14. Juli 2011, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Planwirtschaft, Werderstraße 28

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Plakat

Zitate (korr. Fassung)

Wir laden euch ein, über die Kritik der Parteiführung an ihrer bisherigen Politik und über den Kurs, den Kuba nun einschlägt, mit uns zu diskutieren:

    • Warum glaubt die Kommunistische Partei, der Sozialismus könne ausgerechnet mit einer Fortsetzung des „wirtschaftlichen Öffnungsprozesses“ gegenüber der kapitalistischen Ökonomie gerettet werden?
    • Warum hört sich das Reformprogramm so an, als würden kapitalistische Manager in einem „Sanierungsprogramm“ ankündigen, dass in den Betrieben „weitere Rationalisierungen“ anstünden und den Belegschaften „mehr Effizienz“, ja sogar Entlassungen verordnet werden müssten?
    • Warum kündigt eine Partei, die ihre sozialistische Revolution retten will, der Bevölkerung die Mindestversorgung auf, indem sie die sog. Libreta, die kubanisch-sozialistische Version eines Bedingungslosen Grundeinkommens, abschafft?
    • Warum sollen alle, deren Arbeitskraft in Staatsunternehmen und -verwaltung nicht mehr als brauchbar beurteilt wird, künftig schauen, dass sie ihr Auskommen als Betreiber von Minigeschäften („auf eigene Rechnung“) oder als Lohnarbeiter auf dem Markt finden? Und – was ist das überhaupt für ein Markt?
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