Donnerstag, 10. Mai: Europa soll gesunden – durch mehr Armut überall

GegenStandpunkt & Diskussion

„Gute Arbeit für Europa“ – die falsche Antwort des DGB auf Krise und Krisenpolitik in der EU:
Europa soll gesunden – durch mehr Armut überall.

Wann: Donnerstag, 10. Mai, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Werderstr. 28, Planwirtschaft

Flugblatt:

Die verkehrten Forderungen des DGB:

„Gute Arbeit für Europa“ – statt für Geld?
Gerechte Löhne“ – statt hohe?
„Soziale Sicherheit“ – für die prekären Existenzen, die wohl immer dazu gehören?

Als Antwort auf die „soziale Krise“ in Europa hat der DGB für den 1. Mai 2012 eine knackige Forderung aufgelegt: „Gute Arbeit für Europa“ schaffen, und das in einer Einheitsfront mit Arbeitgebern und Staat. Das soll die Antwort darauf sein, dass „Spekulanten die Weltwirtschaft beinahe in den Abgrund gestürzt haben“. Das halten wir für dreifach verkehrt. (mehr…)

Kommentar zu G. Grass – Deutscher Großdichter als Weltgewissen – national abgewatscht

Von Freerk Huisken

Deutscher Großdichter als Weltgewissen – national abgewatscht

1. Die Sache

G..Grass hat in dem Gedicht, das für so heftigen Wirbel gesorgt hat, darauf verwiesen, dass die Atommacht Israel den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ mit der Androhung eines atomaren Erstschlags gegen den Iran gefährdet. Zugleich greift er die deutsche Regierung an, die sich mit der Billigung von U-Boot-Verkäufen an Israel zum „Zulieferer eines Verbrechens“ machen könnte. „Internationale Instanzen“ fordert er abschließend auf, die Atomanlagen bzw. atomaren Potentiale beider Staaten einer permanenten Kontrolle zu unterziehen.

Natürlich hat Grass mit dem politischen Gedicht etwas getroffen. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass sich Israel auf einen Militärschlag gegen den Iran vorbereitet und deutsche U-Boote Instrumente der militaristischen Außenpolitik dieses Staates sind. Aber das Pfeifen ohnehin die Spatzen von den Dächern. Die allgemeine Verurteilung, die sein Standpunkt erfährt, bezieht sich denn auch auf die Behauptung, dass es der Staat Israel ist, der als Kriegstreiber eine Gefahr für den Weltfrieden darstellt. (mehr…)

Buchempfehlung: Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus

Huisken-Buchcover

Freerk Huisken
Der demokratische Schoß ist fruchtbar…

Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus

232 Seiten | Januar 2012
EUR 14.80
ISBN 978-3-89965-484-4

Kurztext:
Demokraten aller Couleur können (Neo-)Faschisten nicht wirklich kritisieren, lautet Freerk Huiskens provokantes Fazit.

Verfassungsschutz, Bundeszentrale für politische Bildung, viele der Volksparteien, aber auch Gewerkschaften und einige Antifa-Bündnisse stellen bei ihrem Kampf gegen Neonazis deren Kleidung vor, decodieren Zahlencodes und benennen rechtsextreme Musiklabels. Es wird enttarnt, was sie offen zeigen, wenn sie sich präsentieren. Diese Art der »Auseinandersetzung« lebt von der Vorstellung, Jugendliche würden sich abwenden, wenn sie nur erkennen könnten, wie Neonazis sich kleiden und welche Mucke sie hören.

Weit gefehlt, denn diese sind vor allem enttäuschte Nationalisten, die die Verschwendung nationaler Ressourcen durch undeutsche Unternehmenspolitik anprangern, am globalen Kapitalismus gerade nicht den weltweiten Siegeszug eines Ausbeutungssystems kritisieren, sondern beklagen, dass sich gute deutsche Unternehmen in internationale Konzerne verwandeln.

Damit kommen gute Demokraten in Schwierigkeiten, entdecken sie doch bei der unerwünschten Konkurrenz Einvernehmen mit dem eigenen höchsten politischen Ziel: Dem Erfolg der Nation, um Deutschland ökonomisch und politisch voran zu bringen. Und so verkommen Verbotsdebatten, Enttarnungen und Steckbriefe sowie die Warnung, dass der Schoss noch fruchtbar sei, zu einer Ehrenrettung von Nationalbewusstsein – zum Segen des demokratisch regierten Kapitalismus. Daran sollte man sich wirklich nicht beteiligen.


Der Autor

Freerk Huisken, Professor im Ruhestand an der Universität Bremen mit dem Schwerpunkt Politische Ökonomie des Ausbildungssektors. 2007 erschien von ihm bei VSA: »Über die Unregierbarkeit des Schulvolks. Rütli-Schulen, Erfurt, Emsdetten usw.« Er ist darüber hinaus Autor des Standardwerks »Erziehung im Kapitalismus«.

Donnerstag, 15. Dez. 2011, Diskussionsveranstaltung: Rechter Terror, Rechte Gedanken

GegenStandpunkt & Diskussion:

Was ist Rechter Terror und woher kommt er?

Wann: Donnerstag, 15. Dezember, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Werderstraße 28, Planwirtschaft

Die öffentliche Debatte zu den brutalen Taten des NSU ist sehr schnell dazu übergegangen, das Versagen des Staates in Form von Verfassungsschutz und Polizei zu skandalisieren. Eine Frage kam deshalb einmal mehr wieder nicht zur Sprache:
Was ist Rechter Terror und woher kommt er?
Wir halten das für einen Fehler – insbesondere dann, wenn man angesichts der rechten Gewalt ausgerechnet einen härteren Einsatz der staatlichen Gewalt gegen Rechts fordert. Im Moment sieht es ja so aus, als ob der Staat das aus seinen eigenen Gründen schon machen wird. Nur:
Was ist damit gegen Rechte Gedanken wirklich geleistet?

Diesen Fragen wollen wir in der Diskussion nachgehen und laden alle dazu ein, die wie wir etwas gegen Rassismus und Nationalismus tun wollen.

Flyer

Aus aktuellem Anlass empfehlen wir folgenden Text und wollen Demonstranten dieser Demo zur Kritik anregen:

Freerk Huisken: Was ist „brauner Terror“ und wie kommt es dazu?

Eine Radiosendung zum gleichen Thema: Deutschland entdeckt ein neues Terrorproblem von rechts

Montag, 5. Dez., Workshop zum Thema: Hunger

Workshop zum Thema:

Warum verhungern täglich 100.000 Menschen auf der Welt?

Montag, 05. Dezember, 19.30 Uhr
Pforzheim, Cafe Havanna, Maximilianstr. 96

Veranstalter des Workshops:

Infoladen Pforzheim

Versus Tübingen
Kapitallesekreis Karlsruhe

Flyer (mehr…)

Donnerstag, 24. Nov. 2011, Vortrag und Diskussion: Konsum im Kapitalismus

GegenStandpunkt & Diskussion:

Wann: Donnerstag, 24. November, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Werderstraße 28, Planwirtschaft

Flyer

Konsum im Kapitalismus

„Wohlstands- und Überflussgesellschaft“
„Konsumterror und Konsumentenmacht“

Im Vortrag wollen wir erläutern, welche Rolle der Konsum im Kapitalismus spielt. Wir werden die gängigen Ideologien über „König Kunde“, seine Anfälligkeit für die Tricks der Werbung und seine „Konsumentenmacht“ kritisieren und unsere Kritik zur Diskussion stellen.

Artikel zur Euro-Krise und deren Bewältigung

Wer unseren Vortrag zur Euro-Krise verpasst hat, kann einen Artikel in der jungen Welt von gestern lesen, der unsere Veranstaltung ganz gut zusammenfasst:

»Wir tun es für uns«

Hintergrund. Die Berliner Regierung unternimmt den abenteuerlichen Versuch, die Systemkrise ihrer Währung als Chance für ein deutscheres Europa zu nutzen

Von Peter Decker

In Deutschland sind sich Regierende und Regierte samt Gewerkschaften einig: »Wir« haben solide gewirtschaftet, die Löhne über ein Jahrzehnt vorbildlich gesenkt und die Konkurrenzfähigkeit »unserer« Wirtschaft gestärkt. Wir haben ein solides Wachstum und unsere Schulden im Griff. Jetzt müssen »wir« die faulen Griechen, Portugiesen, Iren und, wer weiß, wen noch alles mit neuen Krediten retten, weil die »über ihre Verhältnisse gelebt« haben. Wenn »wir« aber schon helfen, haben wir auch das Recht, in Europa neue Spielregeln durchzusetzen, damit so etwas nie wieder passiert. Auch wenn die selbstgerechte deutsche Sicht kürzlich in Brüssel triumphiert hat und von ganze Europa recht bekommt – an ihr stimmt kein Wort.

Griechenland hat, wie andere Länder, Staatsschuldpapiere aufgelegt und auf Finanzmärkten verkauft, um im Haushalt über mehr Geld zu verfügen, als es einnimmt. Die politische Macht hält es da wie der private Kapitalist, für den Schulden der große Hebel seines Profits sind. Auch sie beschränkt sich bei der Verfolgung ihrer Ziele von der Wirtschaftsförderung bis zum Krieg nicht auf die Mittel, die ihr lokaler Kapitalismus hergibt und die sie der Gesellschaft in Form von Steuern wegnehmen kann oder will. Schulden befähigen sie, den Aufbau, das Wachstum und die Konkurrenzfähigkeit ihrer Nationalökonomie ohne die Schranke bisher erwirtschafteter Haushaltsmittel voranzutreiben. (mehr…)

Dienstag, 25. Oktober: Diskussion über Staatsschuldenkrise

Wann: Dienstag, 25, Oktober, 19.30 Uhr
Wo: KA, Planwirtschaft, Werderstr. 28

Bei diesem Termin werden wir offene oder weitere Fragen zum Thema unserer Vortragsveranstaltung von Donnerstag diskutieren.

Zur Vorbereitung kann man diesen Text aus dem aktuellen GegenStandpunkt lesen, der auf der verlinkten Homepage online verfügbar ist.
Alternativ dieser Vortrag.

20.10.2011, Vortrag und Diskussion: Mehr Schulden für den Euro – Europas Staaten kämpfen um ihren Kredit und verarmen ihre Völker

GegenStandpunkt & Diskussion:

Mehr Schulden für den Euro

Europas Staaten kämpfen um ihren Kredit und verarmen ihre Völker

Wann: Donnerstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr
Wo: Karlsruhe, Werderstraße 28, Planwirtschaft

Flyer
Plakat

Drei Jahre nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems im Gefolge der Lehman-Pleite ist es wieder so weit. Wenn das spekulative Vermögen globaler Finanzkapitalisten nicht erhalten bleibt, das in griechischen, portugiesischen, spanischen, italienischen Staatsschulden steckt, wenn sie diese Papiere in großem Stil abstoßen, weil sie ihnen den Wert nicht mehr zumessen, den sie ihnen einmal zugemessen haben, dann droht von neuem ein Crash der Banken, die Verflüchtigung aller Ersparnisse, der Zusammenbruch des Geldverkehrs und überhaupt das Ende des Geldes, in dem die europäischen Staaten wirtschaften. Und klar ist auch: Ökonomisch ist der Wert dieser Staatsschulden schon dahin; erhalten bleibt er nur, wenn ihn die Geldkapitalisten gegen ihr eigenes Urteil von der Politik garantiert bekommen.

Dafür gefordert sind Bürgschaften und Kapitalhilfen von Euro-Staaten, die noch Kredit haben, also Schulden machen können, für die sie mit ihrem Staatshaushalt und Steueraufkommen einstehen. Wenn nun der deutsche Steuerzahler als das entscheidende Subjekt der neuen Runde der Finanzmarkt-Rettung gehandelt wird, das einerseits geschont, andererseits für die notwendigen Maßnahmen gewonnen werden müsse, dann ist das gelogen: Regierungen machen von der Zustimmung der Leute nicht abhängig, was sie national und europapolitisch nötig finden. Umgekehrt stimmt die Sache schon: Natürlich sind es immer die Bürger, die mit ihren Steuern für die souveränen Beschlüsse der Finanzpolitiker gerade stehen.

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