K1 Flyer

Seit dem Beginn der Finanzkrise, die sich inzwischen zur Weltwirtschaftskrise ausgewachsen hat, gibt es nicht nur von Linken Kritik am Kapitalismus. Das ist bemerkenswert. Bemerkenswert ist aber auch, dass die Kritiker sehr schnell dazu übergangen sind, sich mit Vorschlägen für die Wiederherstellung normaler kapitalistischer Verhältnisse zu überbieten. Daran wird deutlich, dass diese Sorte Kapitalismus-Kritik gar nicht dem Kapitalismus als solchem gilt, sondern seinem vermeintlichen Versagen in der Krise. Die unsicheren Lebensverhältnisse, die nicht erst in der Krise zum Kapitalismus gehören (Stichworte Prekariat, Hartz IV, Mindestlohn, …), sind damit abgehakt. Ja sie kriegen aus dieser Perspektive sogar den Ruf von erstrebenswerten Verhältnissen.

Auch Karl Marx kommt in der Krise wieder neue Aufmerksamkeit zu. Dessen Klassiker „Das Kapital“ (Band 1) ist vor inzwischen mehr als 140 Jahren erschienen. Marx war der Meinung, dass er mit diesem Buch die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus erklärt hat, und dass deren Erklärung eine einzige Kritik an diesem Gesellschaftssystem ist. Seine Kritik galt nicht der Krise, die zum Kapitalismus gesetzmäßig dazu gehört. Er fand die Gesellschaft kritikwürdig, weil der überwiegende Teil der Menschen bloßes Mittel der Vermehrung des Geld-Reichtums anderer ist. Darin fand er den Grund für die auch heutzutage beklagten Umstände, dass man selbst mit Arbeit nicht mehr sicher über die Runden kommt, während gleichzeitig Produktionsmittel im Verlauf von Krisen stillgelegt werden, weil Reichtum im Überfluss vorliegt – Überfluss gemessen am Produktionszweck Geld.

Marx scheint also trotz der langen Zeit, die seit seiner „Kritik der politischen Ökonomie“ vergangen ist, sehr aktuell zu sein – nicht nur wegen der Krise. Weil man eine Gesellschaft nur verändern kann, wenn man weiß, welches die Gründe der schädlichen Umstände sind, die einem das Leben schwer machen, wollen wir daher „Das Kapital“ lesen und Marx’ Behauptungen über den Kapitalismus prüfen.

Für dieses Vorhaben lesen wir das Kapital im Original (MEW 23).

Der Lesekreis bietet jedoch auch öffentliche Termine an, in denen zum einen über aktuelle Themen oder theoretische Fragen diskutiert werden soll und zum anderen Termine, zu denen wir Referenten einladen, die Vorträge rund um das Thema Kapitalismuskritik halten werden. Hier ist auch eine längere Veranstaltungsreihe geplant, die über einzelne Kapitel oder Abschnitte des „Kapital“ handeln wird.

Wir treffen uns zwei Mal im Monat in der Planwirtschaft am Werderplatz in der Karlsruher Südstadt.
Interessierte können über unsere e-mail AdresseKontakt zu uns aufnehmen: marx-lesen-karlsruhe [at] web.de